ÜBERBLICK ÜBER STEUERFREIE SACHBEZÜGE

Gehaltsextras können sehr motivierend sein und die Bindung von Mitarbeitenden an das eigene Unternehmen stärken. Dafür werden in der Praxis häufig Sachbezüge genutzt, denn diese bleiben innerhalb bestimmter Grenzen steuer- und sozialversicherungsfrei. Wir möchten Ihnen im Folgenden einen kurzen Überblick zu diesem Thema geben, basierend auf den aktuellen gesetzlichen Regelungen - inklusive der für dieses Thema sehr relevanten Gesetzesänderung zum 01. Januar 2020.

 

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AKTUELLES

Corona-Pandemie: Steuerfreie Sonderzahlungen bis zu 1.500 Euro

Mit einem Schreiben vom 09. April 2020 (GZ: IV C 5 - S 2342/20/10009 :001; DOK: 2020/0337215) hat das Bundesministerium der Finanzen Arbeitgebern die Möglichkeit eingeräumt, ihren Mitarbeitenden in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Dezember 2020 aufgrund der Corona-Krise Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro nach § 3 Nr. 11 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen, beispielsweise Gutscheine, zu gewähren. Voraussetzung ist, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die in R 3.11 Abs. 2 S. 2 Nr. 1-3 der LStR genannten Voraussetzungen brauchen nicht vorzuliegen. 

 

Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Andere Steuerbefreiungen, Bewertungsvergünstigungen oder Pauschalbesteuerungsmöglichkeiten (wie z. B. § 3 Nr. 34a, § 8 Abs. 2 S. 11, § 8 Abs. 3 S. 2 EStG) bleiben hiervon unberührt und können neben der hier aufgeführten Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 11 EStG in Anspruch genommen werden. Die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth ergänzt, dass eine Differenzierung, z.B. nach Branchen, nicht vorgesehen sei (Quelle: siehe Link).

 

Arbeitgeberseitig geleistete Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld fallen nicht unter diese Steuerbefreiung. Auch Zuschüsse, die der Arbeitgeber als Ausgleich zum Kurzarbeitergeld wegen Überschreitens der Beitragsbemessungsgrenze leistet, fallen weder unter die vorstehende Steuerbefreiung noch unter § 3 Nr. 2a EStG. 

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das am 29. April 2020 beschlossene “Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite”, das zu mehr finanzieller Anerkennung für Personal in Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten beitragen soll. So sollen alle Beschäftigten in der Altenpflege im Jahr 2020 einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Sonderleistung (Corona-Prämie) in Höhe von bis zu 1.000 Euro erhalten. Die höchste Prämie erhalten demnach Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung, aber auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helfer im freiwilligen sozialen Jahr und Leiharbeiter sowie Mitarbeiter in Servicegesellschaften sollen eine Prämie erhalten.

Die Länder und die Arbeitgeber in der Pflege können die Corona-Prämie ergänzend z.B. bis zur Höhe der steuer- und sozialversicherungsabgabenfreien Summe von 1.500 Euro aufstocken.

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44-Euro-Sachbezug

Durch § 8 Abs. 2 S. 11 des Einkommensteuergesetzes (EStG) haben Unternehmen die Möglichkeit, ihren Mitarbeitenden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn monatlich einen Sachbezug von bis zu 44 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zu gewähren. Eine oft gewählte Form sind Gutscheine und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllen (§ 8 Abs. 1 S. 3 EStG). So muss u.a. gewährleistet sein, dass ein Gutschein nicht in bar ausgezahlt werden kann und dass die Einlösung eines Gutscheins nur im Inland möglich ist.

Der 44-Euro-Sachbezug kann jedem Mitarbeitenden gewährt werden, egal welches Vertragsverhältnis besteht. Somit kann der 44-Euro-Sachbezug sowohl für Vollzeitbeschäftigte als auch für Teilzeitbeschäftigte, Minijobber, Aushilfen, Werkstudenten oder Praktikanten genutzt werden.
Bei der Gewährung eines 44-Euro-Sachbezugs muss das Unternehmen keine Gründe angeben, was eine große Flexibilität ermöglicht. So ist es möglich, dass der 44-Euro-Sachbezug ohne einen bestimmten Anlass, mit einem bestimmten Anlass, regelmäßig oder unregelmäßig gewährt wird.
Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist für die Berechnung der 44-Euro-Freigrenze der Zeitpunkt des Zuflusses, also wann dem Mitarbeitenden ein Sachbezug gewährt wird, entscheidend ist (= steuerrechtliches Zuflussprinzip). Der Zeitpunkt des Konsums ist nicht relevant.

Der 44-Euro-Sachbezug kann jedem Mitarbeitenden gewährt werden, egal welches Vertragsverhältnis besteht. Somit kann der 44-Euro-Sachbezug sowohl für Vollzeitbeschäftigte als auch für Teilzeitbeschäftigte, Minijobber, Aushilfen, Werkstudenten oder Praktikanten genutzt werden.
Bei der Gewährung eines 44-Euro-Sachbezugs muss das Unternehmen keine Gründe angeben, was eine große Flexibilität ermöglicht. So ist es möglich, dass der 44-Euro-Sachbezug ohne einen bestimmten Anlass, mit einem bestimmten Anlass, regelmäßig oder unregelmäßig gewährt wird.
Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist für die Berechnung der 44-Euro-Freigrenze der Zeitpunkt des Zuflusses, also wann dem Mitarbeitenden ein Sachbezug gewährt wird, entscheidend ist (= steuerrechtliches Zuflussprinzip). Der Zeitpunkt des Konsums ist nicht relevant.

60-Euro-Sachbezug

für persönliche Anlässe

Durch R 19.6 Abs. 1 der Lohnsteuerrichtlinien haben Unternehmen die Möglichkeit, ihren Mitarbeitenden für einen persönlichen Anlass zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn einen Sachbezug von bis zu 60 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zu gewähren. Darunter versteht man ein besonderes persönliches Ereignis, das nur den einzelnen Beschäftigten betreffen kann.

Beispiele für persönliche Anlässe sind:

Beförderung, Dienstjubiläum, Pensionierung, Promotion, Rückkehr aus der Elternzeit oder nach einer längeren Krankheit

Verlobung, Trauung, Silberhochzeit, Goldhochzeit

Geburtstag, Geburt eines Kindes, Taufe, Einschulung, Schulabschluss, Konfirmation, Jugendweihe

Der 60-Euro-Sachbezug für persönliche Anlässe kann mit dem 44-Euro-Sachbezug kombiniert werden. Eine Beschränkung, wie oft der 60-Euro-Sachbezug für persönliche Anlässe gewährt werden darf, existiert nicht.

Als zusätzliche Dokumententationspflicht muss der Grund für die Gewährung eines 60-Euro-Sachbezugs auf der Lohnsteuerabrechnung angegeben werden.

Firmenjubiläen oder Weihnachtsfeiern fallen nicht unter diese Regelung, weil der jeweilige Anlass nicht als personenbezogen angesehen werden kann.

Weitere steuerfreie Sachbezüge

Neben den beiden oben genannten steuerfreien Sachbezügen gibt es weitere, die hier der Vollständigkeit halber aufgezählt werden, aber auf die nicht näher eingegangen wird:

  • Bestimmte Gesundheitsleistungen (bis 500 Euro/Jahr)

  • Private Internetnutzung

  • Kinderbetreuungszuschüsse

  • Private Telefonnutzung und Mobile Devices

  • Rabattfreibetrag auf eigene Waren

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Wichtiger Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass wir keine Steuer- oder Rechtsberatung erbringen dürfen und mit dieser Information keine Steuer- oder Rechtsberatung erbracht wird. Es handelt sich lediglich um allgemeine Informationen zur Erläuterung der von uns angebotenen Produkte. Diese Informationen sind auf den jeweiligen Sachverhalt Ihres Unternehmens im Einzelfall anzupassen und aus steuer- und rechtlicher Sicht zu würdigen. Bitte holen Sie eine auf Ihre Umstände zugeschnittene Beratung Ihres Steuer- bzw. Rechtsberaters ein, bevor Sie Entscheidungen, über die sich in Zusammenhang mit unseren Produkten ergebenden Themen, treffen. Es kann keine Haftung übernommen werden.

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